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Freitag, 21. Januar 2011

Gedanken zum Inzestverbot

Die geschlechtliche Liebe zu verbieten, ist dem Menschen einen Trieb zu nehmen, wie die Nahrungsaufnahme oder den Schlaf. Die Strafe kommt erst nach der Tat und so wird der Täter hinter Gitter sitzen, während seine Geliebte auf ihn wartet. Die Liebe ist stärker als die Triebe und der staatliche Mahnfinger wird sie nur erhitzen.

Es ist nicht verboten sich selbst zu gefährden, da niemand seine Rechte verletzen kann, wenn er nicht auf sie pocht. Die einzigen geschädigten können genetische Erben sein, die aber zur Zeit des verbotenen Aktes noch gar nicht existieren. So wird ein Mensch gefährdet, den es nicht gibt. Es ist die Vision, jemanden zu verletzen, den umzubringen noch monatelang erlaubt sein wird und der durch legale Gifte noch längstens schwerst geschädigt werden darf. Und es ist noch nicht einmal sicher, dass das Gezeugte geschädigt oder gar leben wird.

Das Inzestverbot will einen unmoralisch oder gar krankhaft empfundenen Geschlechtsakt verbieten, der nur, wie eine Kopfgeburt, der Fantasie entsprungen ist und den natürlichen Trieb einem philosophischen Gedanken unterordnen will. Wie wir gelernt haben, die Homosexualität, die Travestie und nicht der Reproduktion dienende Geschlechtspraktiken als natürliche Gegebenheiten zu akzeptieren, ist es an der Zeit einen weiteren konsequenten Schritt zu gehen und eine alltägliche Normalität anzuerkennen, die keine Dritten in irgendwelchen Rechten bedroht.

Donnerstag, 10. April 2008

Personen statt Themen

Ruedi Lieberherr Auch diese Woche geht der Hickhack, das Gezerre und Gezänke um (SVP?)-Bundesrätin Widmer-Schlumpfer, Alt- (oder doch abgewählter?) Bundesrat Blocher, Rauswurf einer Person oder Ausschluss einer Sektion sowie um die Diskussion, was gehört zum guten Stil, was ist demokratisch und was nicht weiter. - Manchmal könnte man denken, man sei im Kindergarten gelandet und jemandem wurde ein Spielzeug weggenommen oder sonst irgendwie Unrecht getan...

Man kann sich darüber streiten, ob der Inhalt und das Vorgehen akzeptabel sind. Ebenso kann darüber gestritten werden, wer im Recht ist und wer unrecht hat. Sicher ist aus meiner Sicht allerdings, dass ein grosser Teil des Wahlvolkes ihre Volksvertreter nicht gewählt hat, um über Köpfe zu streiten. Vielmehr wurde ihnen ein Auftrag übergeben, die Probleme des Landes zu lösen.

Im Moment ist von diesem Auftrag wenig zu spüren. Themen, darunter auch diejenigen der kommenden Abstimmungen vom 01.06.2008, fallen unter den Tisch und Ressourcen werden für ein unproduktives Gezänk verbraucht. Sicherlich betrifft dies nicht alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Doch genau diejenigen, welche etwas bewegen und etwas erarbeiten wollen, sollten deutlich machen, dass sinnvollere Beschäftigungen anstehen würden.


Autor Ruedi Lieberherr

Montag, 14. Mai 2007

Wer ist Oliver Blocher?

Oliver Blocher ist 67 Jahre alt. Er ist seit 2004 in der Regierung der Schweiz und hat den Posten des Justizministers inne. Aber wer sind nun die anderen 8 oder 12 Bundesräte? Angela Merkel fällt weg, sie ist ja Bundespräsidentin.

Natürlich stimmt nichts von dem. Der Bundesrat heisst Christoph Blocher, der Bundesrat hat 7 Mitglieder, wer die anderen 6 nicht kennt sollte sich mal auf www.admin.ch umsehen, und Angela Merkel ist die deutsche Bundeskanzlerin. Was im ersten Abschnitt steht ist ernüchternde Bilanz aus einem Artikel welcher gestern in der Sonntags Zeitung zum Thema "Abstimmen mit 16" veröffentlicht wurde. Drei Jugendliche im alter von 16, 17 und 19 Jahren wurden dazu befragt. Die Bilanz: kaum ein Jugendlicher unter 18 kennt sich noch in der Staatskunde aus. Musik, Fernsehen und der Computer sind das neue Tummelfeld des modernen und stylischen Teenager. Wo aber die Politik beginnt hört der Spass für den durchschnittlichen 16 Jährigen auf und nur noch wenige politisch interessierte, oft Gymnasiasten, befassen sich mit den Vorgängen unserer Gesellschaft.

So hört man bei Gesprächen mit der älteren Generation doch immer wieder, dass Staatskunde einst ein Fach im Schulunterricht war, doch meine Generation hört davon meistens erst in der Kantonsschule oder auch gar nicht. Wie sollte er so, wenn man das erste Stimmcouvert in den Händen hält, wissen was er da tun soll und warum er es tun darf.

Auf das sich die Jugend in Zukunft nicht mehr nur mit Mathematik, Physik, Geografie, Chemie, Biologie, Philosophie, Religion, Sport, Englisch, Französisch, Musik und Grammatik auseinandersetzt. Ich hoffe doch, dass diese Situation sich in Zukunft zu einem besseren wendet und dass auch die nächsten Generationen in der Schule hören weshalb wir eine Demokratie sind und - wichtig -, was "Demokratie" bedeutet.